Private Altersvorsorge bei Selbstständigkeit: So sichern Sie Ihre Zukunft

Als Selbstständiger oder Freiberufler liegt Ihre Altersvorsorge vollständig in Ihrer Hand. Da Selbstständige in Deutschland häufig nicht gesetzlich rentenversicherungspflichtig sind, müssen sie ihre private Altersvorsorge eigenverantwortlich organisieren – und das am besten frühzeitig und strategisch geplant.

In unserem FYRST-Ratgeber zu allen wichtigen Themen rund um Gründung und Selbstständigkeit erfahren Sie die wichtigsten Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge für Selbstständige und Freiberufler: Wir erklären steuerliche Vorteile und die Bedeutung der "Drei Säulen der Altersvorsorge" in Deutschland. Entdecken Sie, wie Sie in der Selbstständigkeit Ihre finanzielle Zukunft am besten sichern und von attraktiven Vorsorgelösungen wie dem Altersvorsorgedepot profitieren können.

Altersvorsorge für Selbstständige: Das Wichtigste in Kürze

  • Private Vorsorge bei Selbstständigkeit: Als Selbstständiger sind Sie oftmals nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert (Ausnahmen bilden bestimmte Berufsgruppen, Versorgungswerke etc.). Wenn Sie unter keine Pflicht-Berufsgruppe fallen, müssen Sie Ihre Altersvorsorge eigenverantwortlich organisieren.
  • Die 3 Säulen der Altersvorsorge nutzen: Die Basis bildet die 1. Säule (wie die gesetzliche Rentenversicherung, Rürup oder andere Pflichtversicherung). Die 2. Säule ist die Betriebliche Altersvorsorge (bAV), mithilfe derer der Arbeitgeber die Vorsorge für Arbeitnehmer übernimmt. Die wichtigste und flexibelste Altersvorsorge ist die 3. Säule: die private Altersvorsorge (z.B. ETFs, Fonds, private Rentenversicherungen).
  • Früh anfangen ist entscheidend: Je früher Sie mit dem Sparen beginnen, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Bereits kleine monatliche Beträge können über Jahrzehnte ein beachtliches Vermögen aufbauen.
  • Steuervorteile nutzen: Bestimmte Vorsorgeprodukte wie die Rürup-Rente (Basisrente) werden staatlich gefördert, indem die Beiträge in der Ansparphase steuerlich absetzbar sind.
  • Sonderfall Rürup-Rente: Auch wenn sie ein privater Vertrag ist, gehört sie rechtlich zur 1. Säule, da sie als staatlich geförderte Basisabsicherung dient.
  • Der Schlüssel zum Erfolg: Setzen Sie nicht alles auf eine Karte. Eine Mischung aus verschiedenen Anlageformen (z.B. staatlich gefördert, kapitalmarktorientiert, Immobilien) reduziert das Risiko.

Neuerung 2027: Altersvorsorgedepot

Ab dem 1. Januar 2027 startet das neue, flexible Altersvorsorgedepot. Es löst die bisherige Riester-Rente ab und wird durch die Bundesregierung gefördert. Das neue Altersvorsorgedepot ermöglicht renditestarke Anlagen in ETFs oder Fonds ohne Garantiezwang und bietet eine vereinfachte Förderung, wodurch die private Absicherung endlich zeitgemäß wird.

Warum ist die private Altersvorsorge bei Selbstständigkeit so wichtig?

Wer als Selbstständiger oder Freiberufler in Deutschland arbeitet, unterliegt grundsätzlich nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht. Das bedeutet, dass Sie im Alter keine oder nur eine sehr geringe gesetzliche Rente erwarten können. Damit bringt die finanzielle Freiheit der Selbstständigkeit eine große Verantwortung mit sich: Als Selbstständiger und Freiberufler müssen Sie sich selbst um Ihre eigene private Altersvorsorge kümmern und diese aktiv gestalten.

Gerade zu Beginn ihrer Selbstständigkeit konzentrieren sich viele Gründer und Solo-Selbstständige stark auf den Aufbau ihres Geschäftsmodells und denken dabei noch nicht an die langfristige finanzielle Absicherung. Dabei ist genau das der Schlüssel für eine sorgenfreie Zukunft. Fehlt die private Altersvorsorge oder ist diese nicht ausreichend geplant, kann diese Stellschraube im Rentenalter erhebliche finanzielle Engpässe zur Folge haben.

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) von 2024 verfügen Selbstständige im Durchschnitt über deutlich geringere Rentenanwartschaften als Angestellte. Dabei lässt sich dieser „Fehler“ von Anfang an vermeiden, indem Selbstständige und Freiberufler von Beginn an die richtigen Weichen für eine sorglose und abgesicherte Zukunft legen.

Fazit: Die Altersvorsorge ist mit Blick auf die Absicherung in der Zukunft nicht nur eine Empfehlung, sondern eine Notwendigkeit.

Welche Besonderheiten gibt es bei der Altersvorsorge für Freiberufler?

Einige Freiberufler – insbesondere mit Kammerberufen wie Ärzte oder Anwälte – sind über berufsständische Versorgungswerke abgesichert. Das heißt, Sie haben ihr eigenes, exklusives Rentensystem, z. B. die Ärzteversorgung oder das Versorgungswerk der Rechtsanwälte. Diese bieten eine solide Basisrente, die oft als erste Säule der Altersvorsorge für Freiberufler fungiert.

Alle anderen Selbstständigen, die nicht in einem Versorgungswerk organisiert sind, können ihre Altersvorsorge in der Selbstständigkeit noch flexibler gestalten – und übernehmen die volle Verantwortung für ihre Absicherung im Alter. Das bedeutet: Sie müssen aus einer Vielzahl von privaten Optionen die richtige und beste private Altersvorsorge bei Selbstständigkeit wählen, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. Dafür braucht es eine sorgfältige Analyse

  • der persönlichen Situation,
  • beruflichen Entwicklung
  • und der individuellen finanziellen Ziele.

Grundwissen: Was sind die 3 Säulen der Altersvorsorge und wie funktionieren sie für Selbstständige?

Das deutsche Altersvorsorgesystem wird traditionell in „3 Säulen der Altersvorsorge“ unterteilt. Gemeinsam sollen die drei Säulen den Lebensstandard im Alter sichern. Für Selbstständige sind diese drei Säulen quasi die Bibel für die Alterssicherheit und so besonders relevant, weil sie oft flexible Gestaltungsmöglichkeiten bieten.

1. Säule: Die Basisversorgung

Die erste Säule umfasst die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) und berufsständische Versorgungswerke.

  • Gesetzliche Rentenversicherung (GRV): Sie können sich freiwillig in der GRV versichern. Das kann sinnvoll sein, um eine Grundabsicherung zu erhalten und Wartezeiten für bestimmte Leistungen (z.B. Erwerbsminderungsrente) zu erfüllen. Die Beitragshöhe der gesetzlichen Rentenversicherung kann oft flexibel gestaltet werden.
  • Berufsständische Versorgungswerke: Für viele Freiberufler ist die Mitgliedschaft verpflichtend. Diese funktionieren ähnlich wie die GRV, sind aber spezifisch auf die jeweiligen Berufe zugeschnitten, wie etwa Ärzte, Tierärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Architekten, Notare und Steuerberater – und bieten in der Regel bessere Konditionen.

2. Säule: Die betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Die zweite Säule ist in erster Instanz für Arbeitnehmer konzipiert und soll diese schützen. Als Selbstständiger mit Mitarbeitern können Sie eine bAV anbieten, um Ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und Ihre Mitarbeiter absichern.

  • Mitarbeitergewinnung: Selbstständige nutzen die bAV primär als steuerlich gefördertes Instrument zur Mitarbeiterbindung, um im Wettbewerb um Fachkräfte mit Großkonzernen mitzuhalten.
  • GmbH-Vorsorge als Sonderfall: Für Gründer ist die eigene bAV-Nutzung exklusiv an den Status des angestellten Gesellschafter-Geschäftsführers gekoppelt, was komplexe vertragliche Bedingungen (wie die Insolvenzsicherung) erfordert. Deshalb sollten Sie sich hierzu ausführlich beraten lassen.

3. Säule: Die private Altersvorsorge – Ihr wichtigster Baustein

Die dritte Säule, die private Altersvorsorge, ist für Selbstständige der wichtigste und flexibelste Baustein, um sich für das Alter abzusichern. Hierzu zählen alle Altersvorsorge-Angebote, die Sie selbstständig abschließen und gestalten.

  • Rürup-Rente (Basisrente): Eine staatlich geförderte Option, die Ihnen maximale steuerliche Entlastung bei den Einzahlungen bietet.
  • Private Rentenversicherungen: Klassische und fondsgebundene private Rentenversicherungen, die eine lebenslange Rente oder eine Kapitalauszahlung bieten.
  • Fonds als Altersvorsorge: Investitionen in Investmentfonds, insbesondere ETFs, sind eine beliebte Möglichkeit, um Vermögen für das Alter aufzubauen.
  • Immobilien: Der Erwerb von Wohneigentum kann ebenfalls einen wichtigen Teil der Altersvorsorge darstellen.Eine Kombination aus allen drei Säulen, die angepasst ist an Ihre individuelle Situation, bildet die Grundlage für eine umfassende Altersvorsorge bei Selbstständigkeit.

Welche privaten Altersvorsorgemöglichkeiten gibt es?

Für Selbstständige ist die Wahl der richtigen privaten Altersvorsorge ist entscheidend. In der selbstständigen Tätigkeit haben Sie zahlreiche Optionen, die je nach Risikobereitschaft und Zielen variieren. Hier stellen wir Ihnen die gängigsten Formen der privaten Altersvorsorge Möglichkeiten vor.

1. Rürup-Rente (Basisrente): Die staatlich geförderte Option

Die Rürup-Rente (offiziell als Basisrente bezeichnet) ist als Altersvorsorge staatlich gefördert und speziell für Selbstständige und Freiberufler konzipiert. Sie bietet erhebliche steuerliche Vorteile*.

  • Wie funktioniert die Rürup-Rente? Sie zahlen Beiträge in die Altersvorsorge ein, die im Rentenalter als lebenslange, monatliche Rente ausgezahlt werden. Eine einmalige Kapitalauszahlung ist ausgeschlossen.
  • Steuerliche Absetzbarkeit: Ihre Beiträge sind im Rahmen der Steuererklärung als Sonderausgaben vollständig (zu 100 %) absetzbar. Die steuerliche Obergrenze orientiert sich dynamisch am Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung und wird vom Gesetzgeber jährlich angepasst.
  • Die Höchstbeträge (Stand 2026): Aktuell bedeutet diese Deckelung, dass Sie bis zu 30.826 Euro (für Alleinstehende) bzw. 61.652 Euro (für zusammenveranlagte Ehepaare) pro Jahr steuerlich geltend machen können.

*Wichtiger Hinweis: Diese Maximalbeträge ändern sich jährlich.

  • Die Vorteile: Maximale steuerliche Entlastung bei hoher Steuerlast sowie ein vollständiger Pfändungs- und Insolvenzschutz während der gesamten Ansparphase.
  • Die Nachteile: Es sind keine flexible Kapitalauszahlung möglich, stark eingeschränkte Vererbbarkeit und keine Möglichkeit, den Vertrag zu beleihen oder zu kündigen (nur eine Beitragsfreistellung ist möglich)

Beispiel-Rechnung für die steuerliche Absetzung der Rürup-Rente in konkreten Zahlen

Als selbstständige Person haben Sie den großen Vorteil, dass Sie oftmals keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen. Dadurch steht Ihnen der gesetzliche Höchstbetrag für die Steuerabsetzung ganzheitlich alleine für Ihre Rürup-Rente zur Verfügung.*

Die Eckdaten für Ihre Berechnung

  • Ihr zu versteuerndes Einkommen: 60.000 €
  • Ihr persönlicher Grenzsteuersatz: ca. 40 %
  • Maximaler steuerlicher Spielraum: 30.826 €
  • Bereits verbrauchtes Budget durch gesetzliche Rente: 0 €
  • Verbleibender maximaler Rürup-Beitrag: 30.826 €

*Wichtiger rechtlicher Hinweis: Vereinfachte Beispielrechnung: Diese Modellrechnung sowie beiden folgende Beispielsrechnungen dienen lediglich der Veranschaulichung des steuerlichen Grundprinzips. Die tatsächliche steuerliche Auswirkung weicht in der Praxis individuell ab. Sie ist abhängig von Ihrer genauen Einkommenshöhe, der Veranlagungsart, weiteren Abzügen sowie der jährlichen Entwicklung des Steuertarifs. Unser Experten-Tipp: Für eine exakte, auf Ihre persönliche Situation zugeschnittene Berechnung der Steuerersparnis wird die Rücksprache mit einnem Steuerberater empfohlen.

Beispiel-Rechnung 1: Monatlicher Sparbeitrag von 250 € (3.000 € im Jahr)

Wenn Sie kontinuierlich einen Betrag von 250 € für Ihr Alter zurücklegen möchten:

  1. Ihre Einzahlung: Sie zahlen im Laufe des Jahres 3.000 € in den Vertrag ein.
  2. Der Steuereffekt: Da 100 % der Beiträge absetzbar sind, zieht das Finanzamt die vollen 3.000 € von Ihrem Einkommen ab. Sie versteuern also nur noch 57.000€.
  3. Die Steuererstattung: 3.000 € x 40 % Grenzsteuersatz = 1.200 € Rückerstattung oder Steuerguthaben.
  4. Ihr echter Aufwand: 3.000 € - 1.200 € = 1.800 €

Fazit: Sie sichern sich den vollen Gegenwert von 3.000 € im Vorsorgevertrag, zahlen netto aber nur 1.800 €. Die restlichen 1.200 € werden Ihnen vom Staat geschenkt bzw. gefördert.

Hinweis: Es handelt sich um vereinfachte Beispielrechnungen zur Veranschaulichung; die tatsächliche steuerliche Wirkung hängt von Ihren persönlichen Finanzen ab und weicht individuell ab.

Beispielrechnung 2: Höherer Sparbeitrag von 500 € (6.000 € im Jahr)

Falls Sie Ihren Gewinn am Jahresende gezielt senken und mehr investieren wollen, können Sie 500 € in Ihre Altersvorsorge einzahlen:

  1. Ihre Einzahlung: Sie zahlen insgesamt 6.000 € im Jahr ein.
  2. Der Steuereffekt: Die vollen 6.000 € mindern Ihr zu versteuerndes Einkommen auf 54.000 €.
  3. Die Steuererstattung: 6.000 € x 40 % Grenzsteuersatz = 2.400 € Erstattung
  4. Ihr echter Aufwand: 6.000 € - 2.400 € = 3.600 €

Fazit: Bei einer jährlichen Einzahlung von 6.000 € in die Rürup-Altersvorsorge reduziert sich Ihr tatsächlicher Nettoaufwand auf 3.600 €. Den restlichen Betrag von 2.400 € erhalten Sie über die Steuererstattung vom Staat zurück. Sie sichern sich somit die volle Sparleistung von 6.000 € für Ihre Altersvorsorge, tragen davon aber effektiv nur 60 % aus Ihrem eigenen Vermögen.

2. Private Rentenversicherung: Flexibilität für Ihre Zukunft

Eine private Rentenversicherung ist eine flexible Option, die Ihnen die größte Wahlmöglichkeit bei der Auszahlung bietet.

  • Wie funktioniert die private Rentenversicherung? Sie sparen Kapital an, das entweder als lebenslange monatliche Rente oder als einmalige Kapitalauszahlung ausgezahlt wird.
  • Arten der privaten Altersvorsorge: Es gibt klassische Policen mit Garantiezins (oft niedriges Zinsangebot) und fondsgebundene Policen, bei denen die Beiträge in Investmentfonds investiert werden.
  • Vorteile: Sie profitieren von maximaler Flexibilität bei der Auszahlung (Rente oder Kapital), keine staatlichen Vorgaben wie bei der Rürup-Altersvorsorge.
  • Nachteile: Bei klassischen Rentenversicherungen fallen die Renditen oft mager aus. Die fondsgebundene Variante bietet bessere Renditechancen, hat aber ein Verlustrisiko, das Sie durch eine kluge Anlagestrategie minimieren können.

3. Fonds als Altersvorsorge: Renditechancen mit ETFs

Fonds als Altersvorsorge, insbesondere Exchange Traded Funds (ETFs), sind eine beliebte Wahl, da sie hohe Renditechancen bei breiter Risikostreuung bieten können.

  • Wie funktionieren Fonds als Altersvorsorge? Sie zahlen regelmäßig (in der Regel monatlich) einen festen Betrag in einen Geldtopf (Fonds) ein, der von Experten oder Computern verwaltet wird. Mit diesem Geld kaufen Sie automatisch winzige Anteile von Hunderten oder Tausenden verschiedenen Unternehmen weltweit (wie z.B. Apple oder Microsoft)
  • Der ETF-Vorteil: ETFs sind eine besonders clevere und damit beliebte Fonds-Art. Sie kopieren einfach per Computer einen bekannten Markt-Index (wie den MSCI World), verzichten auf teure Fondsmanager und sind deshalb extrem günstig für Sie.
  • Vorteile von Fonds als Altersvorsorge: langfristig hohe Renditechancen, flexible Ein- und Auszahlungen, geringe Kosten bei ETFs, Vielzahl an Möglichkeiten.
  • Nachteile: Es gibt keine Garantien und Wertschwankungen sind möglich (Marktrisiko), es erfordert Eigeninitiative und langfristige Planung.

Warum ETFs für Selbstständige ideal sind

Absolute Flexibilität bei den Beiträgen

  • Selbstständige haben oftmals unregelmäßigen Einkünfte jeden Monat.
  • ETF-Sparpläne lassen sich jederzeit pausieren, senken oder erhöhen, je nach finanzieller Lage und Möglichkeiten.
  • Es gibt keine Mindestlaufzeiten oder monatlichen Pflichtbeiträge, die gezahlt werden müssen.

Extrem geringe Kosten

  • Klassische Rentenversicherungen fressen oft 10 % bis 20 % der Rendite durch Abschluss- und Verwaltungskosten auf.
  • Gute ETFs (wie zum Beispiel auf den MSCI World) kosten oft weniger als 0,2 % pro Jahr.
  • Wenn Sie mehr Geld investieren, erhalten Sie durch den Zinseszinseffekt ein deutlich größeres Vermögen im Alter.

Volle Kontrolle und Verfügbarkeit

  • Das Geld in Ihrem angelegten Depot gehört zu 100 % Ihnen und ist nicht an starre Regelungen für die Rente gebunden.
  • Bei unvorhergesehenen Krisen im Unternehmen können Sie Anteile verkaufen und so liquide Mittel generieren.

Investitionen in ETFs bieten attraktive Renditechancen, unterliegen jedoch täglichen Marktschwankungen und Kursverlustrisiken, weshalb für einen erfolgreichen Vermögensaufbau eine langfristige Anlageplanung sowie das Bewusstsein für die eigene Risikobereitschaft notwendig sind.

Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027: Die Förderregeln im Überblick

Die Altervorsorgereform wurde beschlossen: Nach dem finalen Beschluss von Bundestag und Bundesrat im Frühjahr 2026 steht fest: Zum 1. Januar 2027 löst das neue Altersvorsorgedepot die alte Riester-Rente ab. Für Selbstständige und Freiberufler ist das eine historische Nachricht: Sie erhalten erstmals uneingeschränkten Zugang zur vollen staatlichen Zulagenförderung – unabhängig von einer Rentenversicherungspflicht.

Das sind aktuell die wichtigsten Punkte zum Altervorsorgedepot 2027*:

  • Voller Zugang: Erstmals erhalten alle Selbstständigen und Freiberufler die staatliche Förderung.
  • Mindestbeitrag: Der Mindestbeitrag liegt bei nur 120 Euro im Jahr (10 Euro im Monat).
  • Erste Förderstufe: 50 % staatliche Zulage auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag (max. 180 Euro).
  • Zweite Förderstufe: 25 % staatliche Zulage auf Beiträge zwischen 360 und 1.800 Euro (max. 360 Euro).
  • Höchste Grundzulage: Der Staat zahlt maximal 540 Euro Zulage pro Jahr.
  • Kinderbonus: Pro Kind fließen 100 % Zulage auf die ersten 300 Euro Eigenbeitrag (max. 300 Euro).
  • Gründer- bzw. Berufsstarter-Bonus: Sparer unter 25 Jahren erhalten einmalig 200 Euro Berufseinsteiger-Bonus.
  • Maximaler Sparbetrag: Die jährliche Einzahlungsgrenze im Depot liegt bei 6.840 Euro.
  • Voller Steuervorteil: Alle Gewinne im Depot bleiben während der Ansparphase komplett steuerfrei.

*Wichtig: Auch wenn das neue Altersvorsorgedepot beschlossene wurde, werden bis zum Start im Januar 2027 noch die technischen Verordnungen ausgearbeitet, die den genauen Genehmigungsprozess der einzelnen ETF- und Fondsprodukte regeln werden. Die genauen Detail-Regeln werden somit noch in diesem Jahr folgen.

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4. Immobilien als Altersvorsorge: Eigentum für die Rente

Der Immobilienkauf ist eine beliebte Form der Altersvorsorge und kann auf zwei Arten dazu beitragen: durch mietfreies Wohnen im Alter oder durch regelmäßige Mieteinnahmen. Beides erfordert jedoch ein hohes Startkapital und ist mit laufenden Kosten verbunden. Informieren Sie sich zu diesem Thema bei Bedarf über die FYRST Baufinanzierung.

Bei Immobilienanlagen sollten Sie beachten, dass diese sehr kapitalintensiv sind und Sie langfristig gebunden sind, wodurch das investierte Geld nicht kurzfristig flüssig (liquide) verfügbar ist. Die tatsächliche Rendite hängt darüber hinaus stark von der Lage, ungeplanten Instandhaltungen sowie potenziellen Mietausfällen ab.

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Private Altersvorsorge: Welche steuerlichen Aspekte sind relevant?

Die steuerliche Behandlung der privaten Altersvorsorge ist ein zentraler Aspekt für Selbstständige. Es ist wichtig, zwischen der Anspar- und der Auszahlungsphase zu unterscheiden.

Steuerliche Absetzbarkeit in der Ansparphase

  • Rürup-Rente: Beiträge sind als Sonderausgaben bis zu einem Höchstbetrag steuerlich absetzbar. Dies ist der größte Vorteil dieser Vorsorgeform.
  • Private Rentenversicherung: Beiträge sind in der Regel nicht steuerlich absetzbar.
  • Fonds und ETFs: Einzahlungen sind nicht steuerlich absetzbar. Gewinne (Dividenden, Kursgewinne) unterliegen jedoch der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Hier kann der Sparer-Pauschbetrag genutzt werden (aktuell 1.000 Euro für Alleinstehende, Stand: Mai 2026).

Besteuerung in der Auszahlungsphase

  • Rürup-Rente: Auszahlungen werden nachgelagert besteuert. Der Besteuerungsanteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab.
  • Private Rentenversicherung: Bei einer Rentenzahlung wird nur ein kleiner sogenannter Ertragsanteil versteuert. Bei einer einmaligen Kapitalauszahlung nach 12 Jahren Laufzeit und Vollendung des 62. Lebensjahres ist die Hälfte der Erträge steuerfrei.
  • Fonds und ETFs: Realisierte Gewinne aus Entnahmen unterliegen der Abgeltungssteuer.

Fazit zur Steuer und Praxis-Tipp für Selbstständige:

Die Frage, ob die private Altersvorsorge für Selbstständige steuerlich absetzbar ist, ist ein wichtiges Kriterium. Eine genaue Planung, eventuell mit einem Steuerberater, ist unerlässlich, um alle Vorteile optimal zu nutzen.

Praxis-Tipp: Nutzen Sie in Ihrer Selbstständigkeit das Jahresende für Sonderzahlungen. Selbstständige mit schwankendem Einkommen sollten monatlich eher geringe Beiträge ansparen und im Dezember – je nach Geschäftserfolg und Steuersituation – eine flexible Zuzahlung leisten, um die Steuerlast gezielt zu senken.

Wie funktioniert ein Altersvorsorge Rechner?

Typischerweise berücksichtigt ein Rechner zur Altersvorsorge folgende Faktoren:

  1. Aktuelles Alter und geplanter Renteneintritt: Je früher Sie beginnen, desto geringer ist der monatliche Sparbetrag aufgrund des Zinseszinseffekts.
  2. Gewünschtes monatliches Einkommen im Alter: Wie viel Geld benötigen Sie, um Ihren Lebensstandard zu halten?
  3. Bestehende Altersvorsorge (optional): Sind bereits Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Versorgungswerken oder anderen privaten Vorsorgen vorhanden?
  4. Erwartete Rendite: Hier können Sie eine realistische Einschätzung der Rendite Ihrer Anlageprodukte eingeben.
  5. Inflationsrate: Die Kaufkraft des Geldes sinkt über die Zeit. Ein guter Rechner berücksichtigt dies.

Der Altersvorsorge-Rechner ist als Erstorientierung absolut sinnvoll, um die Größe der persönliche Rentenlücke aufzuzeigen und zeigt, dass die Inflation die spätere Kaufkraft halbiert, wenn nicht selbst gegengesteuert wird. Das Problem bei Selbstständigen ist allerdings, dass Standard-Rechner oft von stabilen, monatlichen Sparraten ausgehen. Selbstständige haben jedoch unregelmäßige Einkommen und sollten smart und flexibler planen, was ein starrer Online-Rechner nicht abbilden kann.

Fazit: Nutzen Sie den Rechner nicht als finalen Finanzplan, sondern als Startpunkt für die anschließende Detailplanung.

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