Wir wollen den Prozess des Factoring anhand eines Beispiels exemplarisch durchspielen:
1. Entstehung einer Forderung
Ein Unternehmer hat eine vereinbarte Leistung für einen Kunden erbracht. Die Forderung existiert also tatsächlich, dies ist eine Voraussetzung für den Verkauf dieser.
2. Bonitätsprüfung des Debitors
Der Factor prüft im Anschluss die Bonität des Debitors, also des Kunden, da er nach dem Kauf der Forderung das alleinige Ausfallrisiko von 100% trägt.
3. Verkauf der Forderung
Sobald die Bonität erfolgreich geprüft wurde, kann die Forderung an den Factor verkauft werden.
4. Auszahlung der Forderung
Der Factor zahlt dem Unternehmer in der Regel innerhalb von 24 Stunden ca. 90% des Bruttobetrags der Forderung aus. Damit ist der Factor quasi der Eigentümer der Forderung und muss sich nun um die Einbringung kümmern. Der Unternehmer hat ab diesem Punkt nichts mehr damit zu tun.
5. Zahlung der Forderung und Auszahlung der Restsumme
Der Kunde zahlt die Forderung an den Factor. Im Anschluss daran zahlt dann der Factor den noch ausstehenden Restbetrag an den Unternehmer. Sollte der Kunde der Zahlungsforderung nicht nachkommen, liegt das Ausfallrisiko zu 100% beim Factor.
Abbildung: Prinzip des Factorings am Beispiel der Bibby Financial Services GmbH